Die Aufnahme mit einem binauralen Kunstkopfmikrofon wurden bei Daniel Perret gemacht. Daniel ist seit 1981 als Musiktherapeut tätig. Seit über 40 Jahren beschäftigt er sich mit transpersonaler Psychologie, spiritueller Heilung und den Auswirkungen der Musik auf die subtile Anatomie des Menschen. Er hat mehrere CDs und Bücher veröffentlicht, darunter „Soigner par les cinq éléments“, veröffentlicht von Binkey Kok Publications, sowie mehrere wissenschaftliche Artikel über Musiktherapie.

Daniel Perret

Bei der Aufnahme mittelalterlicher Musik im Gewölbe einer alten Schlossküche nahm das binaurale Mikrofon viel Nachhall auf. Die Aufnahme war wirklich gut, aber, wie bei allen binauralen Tonaufnahmen, nur mit einem Kopfhörer zu genießen. Der Klang vermittelt wirklich den Eindruck, beim Konzert selbst dabei zu sein. Bei Daniel wollte ich also wissen, ob die Wiedergabe über Lautsprecher durch den Einbau eines weiteren Stereomikrofons möglich ist. Vorweggenommen, die Aufnahmen klingen auch über eine normale Lautsprecheranlage fantastisch. Und natürlich interessierte mich, wie sich eine binaurale Aufnahme von Instrumenten der Musiktherapie anhört. Und, kann die Aufnahme mit dem binauralen Mikrofon mehrere verschiedene Blickwinkel abbilden? Als Antwort auf die Frage habe ich Daniels Monocord jeweils einmal aus der Sicht des Hörers, des Musikers und experimenteller mit dem binauralen Kunstkopfmikrofon direkt vor dem Instrument aufgenommen. Die anderen aufgenommenen Instrumente waren eine Flöte, eine ägyptische Harfe, eine Rahmen-Trommel, eine Kristallschale und ein balinesischer Gong.

Die Instrumente

Nach Daniels Buch „Heilung durch die fünf Elemente“, neigt der balinesische Buckel-Gong dazu, den Nabelbereich zu beeinflussen. Es verkörpert ein Gefühl der Mitte und hilft einer Person, sich zu konzentrieren. Der Klang war sehr tief und intensiv. Aber das binaurale Kunstkopfmikrofon nahm es ganz natürlich auf. Großartig!

Die Kristallschale wurde auf eine musikalische Note abgestimmt und mit einem Schlägel leicht angeschlagen. Es klingelte lange Zeit und war sehr angenehm zu hören. Die Aufnahme mit dem binauralen Kunstkopfmikrofon zeigt dies sehr gut.


Die Flöte war eine irische Pfeife, eine „Low Whistle“. Sie ist aus Aluminium gefertigt. Durch die Nähe zum Instrument gelang es mir, die Feinheiten der Flöte und die Atemarbeit des Musikers detaillreich festzuhalten.

Irische Low Whistle – im Hintergrund der balinesische Buckelgong

Die ägyptische Harfe wurde in einer speziellen Tonart gestimmt. Sie wird Aulos genannt und kennzeichnet einen subharmonischer Bereich. Diese Bereiche wurden 1939 von Kathleen Schlesinger in ihrer Arbeit The Greek Aulos (Methuen, London) erwähnt. Sie basieren auf seinen Forschungen zur Theorie der altgriechischen und arabischen Musik. Diese Skalen liegen außerhalb unseres bekannten Tonsystems. Schlesinger entdeckte sie bei archäologischen Ausgrabungen in Griechenland auf Flöten mit einem ungewöhnlichen Lochbild. Die Intervalle ergaben sich aus der Tatsache, dass die Löcher in den Flöten in gleichen Abständen waren. Dieser Bereich, schreibt Daniel, neigt dazu, unser Bewusstsein auf den Unterkörper herunterzuziehen und hilft uns so, uns zu verankern.

Diese Stimmung findet sich zum Beispiel heute noch in einigen Balkan-Hirtenflöten.


Ägyptische Harfe in Aulos-Stimmung mit Rahmentrommel

Das Instrument mit der größten Aufmerksamkeit während der Aufnahme war diesmal das Monochord. Genauer gesagt ein japanischer Koto mit 18 Seiten und beweglichen Brücken. Das Instrument bietet auf seiner monochordischen Seite einen hervorragenden Hummelklang für modales Spiel. Es soll eine sichere, mütterliche, umhüllende Atmosphäre schaffen, und deshalb wurde es von Daniel gewählt.
Die drei hier vorgestellten Tonaufnahmen sind aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen. Das heißt genauer, dass das Kunstkopfmikrofon einmal in der Position des Zuhörers, dann in der Perspektive des Musikers (mit gespielter Klangschale), und schließlich sehr nahe vor dem Instrument platziert wurde.

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