Das klingt ja ganz normal!

Wenn man eine Kunstkopf-Tonaufnahme hört, werden sich viele Leute sicherlich sagen: Das ist nichts Besonderes, es klingt ja ganz normal!
Das ist richtig, aber das ist ja gerade das Besondere. Das erscheint so normal, weil es absolut real und der menschlichen Wahrnehmung so nahe ist. Mit geschlossenen Augen könnte man sich vorstellen, dort zu sein, in der Kirche in Bars in der Dordogne, direkt bei dem Konzert.
Aber wie ist das möglich?
Dieses Verfahren wird als „binaurale stereophone Aufnahme“ bezeichnet. Dies ist eine Aufnahme mit einer speziellen Mikrofonanordnung, die in der Regel nur mit Kopfhörern, daher der Begriff „Kopfhörer-Stereophonie“, korrekt wiedergegeben wird.

Das Ziel der binauralen Tonaufnahme und die Wiedergabe des so aufgenommenen Signals ist, an dem Trommelfell des Hörers ein akustisches Signal so wiederzugeben, das es genau dem Signal entspricht, das er unter natürlichen Hörbedingungen hören würde. Eine Möglichkeit, dies zu tun, besteht darin, einen Klang am Eingang des Gehörgangs aufzunehmen und an genau der gleichen Stelle wiederzugeben. Daher wird ein Signal, das so aufgenommen wird, auch dort, mittels eines Kopfhörers, wiedergegeben. Die akustischen Einflüsse des Abhörraumes werden somit eliminiert. Der wiedergegebene Klang entspricht somit dem gleichen Signal, wie dem der eigentlichen Schallquelle. Das Ergebnis ist ein Hörerlebnis das den realen Hörbedingungen gleicht.
Die Kopfhörerwiedergabe ist daher die beste technische Lösung, um eine möglichst realistische räumliche Darstellung der Tonaufnahme wiederzugeben.

Dieses Aufnahmeverfahren eignet sich besonders in akustisch schwierigen Umgebungen, wie hier im Seitenteil einer kleinen Kirche.

Sicht von oben - das Kunstkopf- Mikrofon in der Mitte der ersten Reihe
Sicht von oben – das Kunstkopf- Mikrofon in der Mitte der ersten Reihe

Ich habe das Mikrofon ganz unauffällig an der Vorderseite der ersten Stuhlreihe platziert. Die akustische Abbildung ist daher sehr genau. Wir hören alle Details wie die Atem- und Körpergeräusche der Musiker, aber auch des Publikums. Die Geräusche von Türen, Stühlen, Husten und sogar das Flüstern des Publikums wurden originalgetreu aufgenommen. Das mag beunruhigend klingen, aber wie im echten Hörraum auch, können wir die Geräusche in den Hintergrund stellen, weil wir sie weit weg oder hinter uns hören.

Ein Eindruck von einigen binauralen Aufnahmen dieser Konzerte können Sie auf meiner Bandcamp-Seite hören.

Das Kunstkopfmikrofon wurde mit einer konventionellen ORTF-Anordnung kombiniert, um sicherzustellen, dass das Klangbild auch bei der Lautsprecherwiedergabe eine hervorragende räumliche Wiedergabe erreicht.
Sie können die gesamten Aufnahmen dieses Festivals auf unserer Bandcamp-Seite hören.




Der Tonmeister bei der Arbeit.

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